Funkversorgungsmessungen


Noch ein Wort zu Messungen der Funkversorgung:

Leider werden gerade in bezug auf TETRA-Netze immer wieder „Feldstärke“-Messungen in der Einheit dBm durchgeführt. Das ist – leider – einfach unrichtig.

Der Satz „Es wurde eine Feldstärke von -88 dBm gemessen“ ist ungefähr so richtig wie der Satz „Die Strecke von München nach Fulda beträgt 402 Kilogramm“.

Die Einheit dBm ist die logarithmische Schwester der Leistungseinheit „Watt (W, Formelzeichen P)“, referenziert auf 1/1000 W=1mW=0dBm. Gemessen wird im Feld mit TETRA Analyzern, Spektrum Analyzern oder einfach mit Handfunkgeräten („HRTs“). Jedoch ist dabei der Referenzpunkt für die Leistungsmessung dabei der Fußpunkt der Gummiantenne – und nicht die Stärke des elektromagnetischen Feldes.

Viel sinnvoller als die Leistungsmessung wäre eine Feldstärkemessung in der Einheit V/m (oder wer es logarithmisch mag dBV/m, Formelzeichen E). Unterschied zwischen Leistungsmessung (dBm) und

Beratung rund um professionelle Funktechnik

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Feldstärkemessung (dBV/m) ist, dass bei letzterer Messung eine Messantenne verwendet wird, welche mittels einer Referenztabelle (Antennenfaktor oder K-Faktor in dB*1/m) eine kalibrierte und verbindliche Verknüpfung zwischen der elektrischen Feldstärke E „in der Luft“ und der Spannung U „an der Eingangsbuchse des Messgerätes“ erlaubt: Antennenfaktor = E/U. Aus der Spannung kann über die bekannte Impedanz des Messgerätes, üblicherweise 50Ω, auch die Leistung am Fußpunkt der Antenne berechnet werden (aber Vorsicht: Bei Spannung 20*log, bei Leistung 10*log verwenden!).

Wie man es dreht und wendet: Antennen von HRTs sind leider nicht kalibriert, genau so wenig wie alle anderen Gummiantennen – auch wenn sie an ein Messgerät angeschlossen werden. Diese Antennen sind immer verkürzt und haben auch einen negativen Gewinn, auch wenn immer wieder von der „0dBd“-Antenne die Rede ist. Ich habe für Versorgungsmessungen eine wirklich hochwertige Messantenne (MA 450 von Funkbau Marter), aber auch diese Antenne hat einen negativen „Gewinn“ von -2dBd!

Fazit: Wer fachgerecht messen möchte, der käme an der Feldstärke nicht vorbei und somit nicht ohne kalibrierte Messantenne aus. Gummiwendelantennen sind zu unterschiedlich in der Kopplung (K-Faktor), daher nicht vergleichbar und als Messantenne nur dann geeignet, wenn man eine höhere Messungenauigkeit akzeptiert. Auch wenn es einfach ist: Eine Leistungsmessung erlaubt nur einen überschlägigen Rückschluss auf die Funkversorgungsgüte. Aber sie sind nun mal Stand der Technik, die BDBOS verlangt Messungen in dBm und auch die GAN-Grenzwerte sind in dBm referenziert. Daher weise auch ich meine Messungen in dBm aus, allerdings nicht mit einem Gummiknüppel, sondern gemessen mittels Kanalleistung und mit kalibrierter Messantenne.

Und: Genau so wichtig wie eine „Versorgungsmessung“ wäre übrigens die Messung der Verbindungsqualität im Uplink.